Konjunkturdämpfer für die weltweite Wirtschaft

Die Finanzkrise im Sommer 2008 wurde durch den Zusammenbruch einer amerikanischen Investmentbank ausgelöst. Dadurch wurde ein Dominoeffekt in Gang gesetzt, der rasend schnell um sich griff. Letztendlich waren Unternehmen in weit entfernten Ländern betroffen, die mit dem auslösenden Ereignis keine direkte Verbindung hatten. Die Ursache dafür liegt darin, dass die modernen Volkswirtschaften miteinander vernetzt sind. In der Sprache der Ökonomen wird dieser Effekt Globalisierung genannt.

Globalisierung hat zumindest für hoch entwickelte Industriestaaten positive Auswirkungen, sichert sie doch eine kontinuierliche Versorgung mit unverzichtbaren Rohstoffen und eröffnet weltweite Absatzmärkte für die industriellen Produkte des Landes. So vorteilhaft die globale Vernetzung auch ist, bringt sie doch Nachteile mit sich. Gibt es an einer Stelle des Systems Probleme, können sie sich auf das gesamte System übertragen, wenn sie nicht rechtzeitig gelöst werden. Das passierte bei der letzten Finanzkrise und geschieht jetzt wieder.

Die Schuldenkrise einiger Euroländer wirkt sich negativ auf die gesamte Eurozone aus, die Kernzone der Europäischen Union. Da die EU in der globalen Ökonomie eine entscheidende Rolle spielt, wundert es nicht, dass wirtschaftliche Probleme in der Eurozone weltweite Auswirkungen haben. Dazu darf man nicht vergessen, dass die gegenwärtige Finanzkrise im Wesentlichen eine Schuldenkrise ist. Überschuldung ist nicht nur ein Problem der Länder der Eurozone; alle großen Volkswirtschaften der Welt leiden darunter, von den USA über Japan bis hin zu Großbritannien, um nur einige zu erwähnen. Überall auf der Welt machten Regierungen denselben Fehler und finanzierten die Mittel für Ausgaben aus Krediten. Ein Kredit muss eines Tages mit Zinsen zurückgezahlt werden. Diese Tatsache wurde jedoch von den Verantwortlichen verdrängt, vielleicht, weil Politiker es gewohnt sind, nur von einer Wahlperiode zur nächsten zu denken. Die Folgen dieses kurzsichtigen Handelns haben heute Millionen von Menschen zu tragen, die auf die Entscheidungen niemals Einfluss hatten. Um einen Staatshaushalt zu sanieren, greifen die Politiker gerne zu Sparmaßnahmen, um die Ausgaben einzuschränken. Die größten Ausgaben liegen meist im sozialen Bereich. Einsparungen in diesem Bereich treffen die ärmeren Schichten der Bevölkerung besonders hart.

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